Erfolgsfaktor Marktanalyse

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Eine fundierte Marktanalyse ist für ein erfolgreiches Investment in Whisky unabdingbar. Um die vielen vorliegenden und täglich neuen Informationen zielgerichtet zu untersuchen, stelle ich effiziente Ansätze vor, wie Du den relevanten Input für deine nächste Kaufentscheidung erhältst. Ich gebe einen Überblick und konkrete Beispiele wie Du Newsletter, Abonnements von Webseiten, Twitter, Informationen von Auktionen sowie Whiskybase.com und Whiskystats.net zielgerichtet einbindest.

Investition versus Spekulation

Und wieder stoße ich bei der Recherche und in Unterhaltungen zu diesem Thema auf Parallelen zu anderen Formen der Kapitalanlage. Beispielsweise das Investieren in Aktien kann mit unterschiedlichen Ansätzen und Zielsetzungen vollzogen werden. Oftmals wird mein Experiment mit der Investition in diese besondere, emotionale Asset-Klasse als Spekulation bezeichnet. Ich habe mir aus dem Topf der emotionalen Assets den Whisky herausgesucht. Es gibt viele andere emotionale Assets, wie Kunstwerke, Old Timer, Wein, Diamanten oder Briefmarken. Das Investieren ist grundsätzlich sehr einfach und für jeden zu bewältigen. Um eine Rendite von 50 bis 100 % bei einem Anlagehorizont von mindestens 7 Jahren zu erzielen, braucht man schon etwas mehr. Genaue Marktkenntnisse sind beim Investieren in Whisky notwendig.
Das Investieren in Whisky ist ein sehr schwieriges Thema. Hierfür sind genaue Marktkenntnisse und eine kontinuierliche Marktanalyse unabdingbar.

Jörg Bechtold

Die Auslegung meiner Strategie und die intensiven Recherchen sollen genau das Gegenteil bewirken. Ich möchte eine weitere solide Anlageklasse erschließen, die mein Invest-Portfolio mit einer gesteigerten Rendite bereichert und das Risiko verteilt.

Abgrenzung Ivestition von Spekulation

Es gibt sehr viele Definitionen und Argumentationsansätze zur Abgrenzung von Spekulation und Investition. Mir sagt der Ansatz von Benjamin Graham am ehesten zu.
An investment operation is one which, upon thorough analysis promises safety of principal and an adequate return. Operations not meeting these requirements are speculative.

Benjamin Graham

Ich spendiere gerne einen gewissen Aufwand, um die Grundsätze des Marktes zu verstehen und die größten Risiken zu kennen. Für mich ist eine solide Anlage mit einer angemessenen Rückzahlung deutlich wertvoller als kurzfristig hohe Gewinne, die genauso schnell in Verluste umschwenken können.

Erste Erfahrungen mit Spekulationen

Im Gespräch mit Jochen Bechtold ist mir sehr schnell klar geworden, dass der Ardbeg Corryvreckan eher ein Spekulationsobjekt ist und das nicht mal mit kurzfristig hohen Gewinnen. Diese können nicht erzielt werden, da neue Flaschen dieses Whiskys täglich nach den gleichen Prozess- und Qualitätsmaßstäben auf den Markt geworfen werden. Ein unerwarteter Produktionsstop oder die Vernichtung einer großen Menge durch einen Lagerhausbrand können die Rendite erhöhen. Das ist allerdings pure Spekulation. Die Grundlage einer soliden Investition bildet eine fundierte Marktanalyse. Genau wie im Finanzsektor, gibt es bei der Assetklasse Whisky vielfältige Möglichkeiten, den Markt zu analysieren und die relevanten Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Auch beim Whisky gibt es verschiedene Ansätze und Wege an die relevanten Informationen zu gelangen. Es ist jedoch noch schwieriger als im Finanzsektor, da es keinen geregelten und weitestgehend zentralisierten Markt gibt.

Marktanalyse - meine neuen Ansätze

In den folgenden Absätzen beschreibe ich, wie ich Whiskys identifiziere, die besonders für die langfristige Wertanlage geeignet sind. Eng verknpüft mit einem erfolgreichen Investment ist der zweite Aspekt. Ich muss Zugang zu diesem seltenen, nachgefragten Whisky erhalten. Das geht nur, wenn man ein entsprechendes Netzwerk besitzt.

Newsletter

Eine einfache und sehr effektive Methode Informationen zu den brandaktuellen Abfüllungen zu erhalten sind Newsletter. In diesen Newslettern werden hin und wieder auch limitierte Sonderabfüllungen angeboten, die nach wenigen Stunden oftmals schon vergriffen sind. Genau nach diesen Abfüllungen suche ich. Ich habe mich bei folgenden Newslettern eingeschrieben: Die Newsletter werden in meinem Posteingang gesondert, durch die Nutzung von Filtern, behandelt. Solltest du noch weitere Insider-Tipps und Empfehlungen für geeignete Newsletter haben, dann füge diese bitte im Kommentar unter dem Beitrag hinzu.

Abonnements von Webseiten und Blogs

Bild: Marktanalyse Es gibt viele Möglichkeiten Inhalte interessanter Blogs, Internetseiten und Webshops zu abonnieren. Das Angebot ist unfassbar groß. Mittlerweile gibt es viele professionelle Seiten und Blogger, die hervoragenden Inhalt bereitstellen. Es kommt selbstverständlich darauf an, einen guten Heuhafen zusammenzustellen, um im zweiten Schritt die wertvollen Nadeln zu finden. Ich habe mittlerweile vier Kategorien erstellt.
  • Whisky-Invest-Blog
  • Whisky-Blog (international)
  • Whisky-Blog (deutschsprachig)
  • Whisky (Whisky-Auktionshäuse, Whisky-Händler, News)
Im zweiten Schritt wende ich die Lesetechnik Scanning an und suche die Stapel sehr schnell durch und markiere die wichtigen Nadeln im Heuhaufen mit dem Tag "Read later". Gerne teile ich meine Feedly-Liste. Feedly-Liste erhalten.

Twitter

Twitter nutze ich momentan nur für die gezielte Suche nach neuen Raritäten. Ich habe bisher noch keine Methode gefunden, wie man die unzähligen Datenhäppchen bei Twitter effizient scannen kann. Ich nutze Twitter im Broswer und suche nach neuen Whiskys, die anschließend meinem Bewertungsschema standhalten müssen. Folgende Kombinationen von Schlagworten verschaffen mir aussagekräftige Tweets.
  1. #SingleCask #singlemalt
  2. #singlemalt #NewRelease
  3. #rarewhisky
Diese Tweets werden dann genutzt, um neue Whiskys zu analysieren.

Auktionen

Momentan ordne ich die Themenkomplexität "Whiskys in Auktionen ersteigern" der Königsklasse zu. Es braucht ein großes Marktwissen, ein gutes Gespür für einen realistischen Targetpreis und natürlich eine effiziente Gebotsstrategie. Ich werde für Euch das Thema in einem eigenen Beitrag beleuchten. Einen kleinen Ausblick, wie ich die Auktionsplattformen in meine Recherche einbinde, gebe ich jetzt schon für die folgenden Seiten:
Whisky-onlineauctions
Das britische Auktionshaus kann hin und wieder als Informationsquelle dienen, welche Raritäten besonders häufig auf dem Markt gehandelt werden. Es wurden lediglich 644 Single Malt Auktionen im Mai 2018 durchgeführt. Eine Übersicht zu erzielten Preisen aus vorherigen Auktionen existiert leider nicht.
Whiskyauction.com
Ein deutscher Platzhirsch im Whisky-Auktionsgeschäft ist WhiskyAuction.com. Das Auktionshaus in Rendsburg wird durch den Gründer Thomas Krüger betrieben. Die Datenbank ist sehr umfangreich und liefert belastbare Daten zu den vergangenen Auktionen. Ich persönlich finde die Suchmaske nicht optimal, da man viel Zeit mit dem Scannen der Suchergebnisse aufwenden muss. Hat man den richtigen Whisky, dann überzeugt die grafische Visualisierung. Das Beispiel des Ardbeg 1967 zeigt sehr gut, wie der bei den Auktionen erzielte Preis von 1755€ auf 3455€ stieg.
Whisky Auctioneer
Das schottische Auktionshaus hat sich auf alte, seltene Whiskys spezialisiert. Die Homepage bietet ebenfalls einen guten Indikator, wenn man einen marktrepräsentativen Preis sucht. Allein im April 2018 wurden 1495 Single Malt Whiskys versteigert.

Whiskystats.net

Hier handelt es sich um eine Datenbank, die den Sekundärmarkt für Whisky etwas beleuchtet.Es werden systematisch die Plattformen WhiskyAuction.com, ScotchWhiskyAuctions.com und Bonhams Hong Kong analysiert. Zum individuellen Tracken seine Sammlungsobjekte kann man seinen Kaufpreis selbstständig eingetragen. Die Daten sind nicht verifiziert. Ich nutze die Werte als Anhalt für den aktuellen Wert und als Instrument für das Tracking historischer Daten. Diese Daten und Preistrends benötigen immer eine Bestätigung weiterer unabhängiger Informationsquellen. Diese Datenbank hat einen wichtigen Stellenwert in meinem Analyseprozess.

Whiskybase.com

Ich habe die Verwendung von Whiskybase.com schon in meinem vorherigen Artikel beschrieben. Diese Datenbank ist ein guter Indikator für die Wertschätzung der Whisky-Liebhaber und deren Nachfrage. Diese Webseite bietet zwei gute Indikatoren. Ein Overall-Rating und die Verteilung der Einzelratings. Beim zweiten Kriterium schaue ich mir an, wieviele Ausreißer es in der Bewertung nach unten und oben gibt. Wie ich im letzten Aktikel festlegte, sollte die "Kundenbewertung auf Whiskybase > 85" sein. In diesem Beispiel hat der Ardbeg 1991 Signatory Vintage eine sehr hohe Bewertung mit 89,22 Punkten. Die Ausreißerbewertung von "Gont" und Firpo werden im Overall Rating von Whiskybase.com nicht berücksichtigt. Grundsätzlich sollten mindesten 10 Bewertungen vorliegen, damit die Schlussfolgerung auf die Marktnachfrage geschlossen werden kann. Aber auch der Fakt, dass wenig oder gar keine Bewertungen vorliegen, zeigt eine reduzierte Marktpräsens der jeweiligen Abfüllung.

Der Erfolgsfaktor Marktanalyse kurz zusammengefasst

Die Verwendung von Whisky als Kapitalanlage ist grundsätzlich ein schwieriges Thema. Bei der Erfassung der aktuellen Nachfragen steht nur ein Teil der Informationen in diesem Markt zur Verfügung. Die Transparent über Preise, Volumen und Qualität im Scotch-Single-Malt-Whisky-Markt ist beschränkt. Die Kenntnisse über die Marktteilnehmer und deren Interessen ist oftmals nur implizit vorhanden und schwer zu erlangen. Ein sehr spezifisches Know-How und eine gewisse Erfahrung sind notwendig, um die Zusammenhänge zu erkennen. Ich empfehle Dir die Verwendung von Abonnement zu Blog- und anderen Informationswebseiten, Whiskybse.com, Whiskystats.net und Whiskyauction.com. Gerne kann ich stelle ich Dir meine Feedly-Liste bereit.

Quellen

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