Der Griff ins Whiskyregal – schmackhaft oder nachhaltig?

Kurzportrait eines Whisky-Investors
3. April 2018
Whisky bedeutet das “Wasser des Lebens”. Nach zahlreichen Whisky-Verkostungen und auf der Suche nach alternativen Investmentmöglichkeiten kam mir der Gedanke, das wertvolle Gut Whisky von einer anderen Perspektive zu betrachten. Der Ursprung von Whisky reicht bis ins 5. Jahrhundert zurück. Bei dieser Historie und eindrucksvollen Bedeutung ist es nur verständlich, dass die mögliche Wege eines Investments beleuchtet werden müssen. Meine Erfahrungen, nützliche Links und Literaturempfehlungen möchte ich mit Dir in meinem Blog InWhiskment teilen.

Bei der Recherche nach den Grundprinzipien der langfristigen, erfolgreichen Geldanlage bin ich auf die Säule Diversifikation gestoßen. Ein Beitrag von Marc Friedrich zu Finanzcrashszenarien und alternativen Geldanlagen hatte mein Interesse geweckt. Ein Bestandteil ist die langfristige Wertsteigerung in natürliche Rohstoffe, wie zum Beispiel in Edelmetalle, Diamanten, Ackerland, Forst, Wein und Whisky.

Ein weiterer Podcast des Finanzrockers (Daniel Kort) mit Marc Friedrich zu Gast steigerte meine Begeisterung. Das Thema war für mich brandneu und dennoch nur ein kleiner weiterer Baustein in meiner Investitionsstrategie. “Investieren in Whisky” klang wirklich spannend und umsetzbar. Ich habe schon einige Male zum Whisky gegriffen, aber nachhaltig waren diese Griffe bisher nicht – schmackhaft jedoch sehr. Ich probierte schon einige Whiskys und bekam auch gehobene Proben geschenkt. Dazu werde ich in einem extra Beitrag berichten.

  • - Girvan 25 Jahre Lowlands Single Grain Scotch Whisky
  • - Bruichladdich 12 Jahre - 1999 Second Edition
  • - 18 Jahre Speyside Single Malt Scotch Whisky
  • - Glenfiddich 12 Jahre
  • - "T-spooned" Speyside Blended Malt Whisky, 18 Jahre
  • - Brothers in Arms, Irish Single Malt Whiskey, 14 Jahre
  • - Scotch Islay Malt Whisky Blend "Cragabus"
Sind die Flaschen aus dem Getränkehandel oder Proben „Vom Fass“ ein nachhaltiges Investment? Derzeit ist mein Interesse an dieser neuen Investitionsform größer als meine Feinschmeckerambitionen. Allerdings habe ich wenige Aufführungen im Internet gefunden. Zu den Themen “Investieren in ETFs”, “Geldanlage in P2P-Krediten” oder zuletzt “Multipliziere dein Geld durch Bitcoins” gibt es viele Blogs, Podcasts, Youtube-Videos und Bücher. Auf der Suche nach Rezepten, wie lege ich mein Geld in Whisky an, befand ich mich zunächst in der Wüste. Es gibt nur wenige Webseiten und explizite Bücher zu diesem Thema. Ich war in der Weihnachtszeit 2017 von diesem Thema regelrecht magnetisiert und wollte unbedingt wissen, wie ich mein Geld nachhaltig in Whisky anlege. Ich habe das Buch von Stefan Schulz (“Investition in Whisky: Grundlagen zur alternativen Kapitalanlage“) gelesen und war sehr froh einen ersten Überblick in diesem Bereich bekommen zu haben. Es ermöglicht einen sanften Einstieg in die Thematik Whisky und beschreibt die essentiellen Schritte zur Investition in Whisky. Seine ersten Schritte, seine Strategie und ein paar Beispiele stellt er sehr gut in diesem Buch dar. Die Erwähnung von Renditen bis zu 20% waren ebenfalls sehr beeindruckend und faszinierend. Ich vermute jedoch, dass diese Renditen im langfristigen Mittel nicht erzielbar sind.

Ein zusätzlicher Aspekt dieser Anlageform ist die Werthaltigkeit. Diese ist auch in Krisenzeit deutlich stabiler als andere Assetklassen. Bei Aktien ist ein Totalverlust möglich, beim Whisky bleibt immer der Genuss, selbst wenn niemand willens ist, einen Cent für die Flasche zu bezahlen. Die Themen der sicheren Lagerung und Versicherung werde ich auch noch in einem extra Beitrag beleuchten. Warum Stefan Schulz nicht weiter publiziert hat, erschließt sich mir noch nicht ganz. Es ist allerdings interessant, dass Stefan jetzt seinen eigenen Whisky herstellt - Oldmark Whisky.

Gerade bei der derzeitigen Marktsituation und Zinspolitik ist eine Sachgutanlage mit einer langfristigen Wertsteigerung interessant. Das Risiko wird durch diese Anlageform zusätzlich auf eine neue Säule aufgeteilt. Einen Verkauf habe ich bisher noch nicht realisiert und aus diesem Grund kann ich die Prognosen von Renditen nur aus bisherigen Berichten ableiten.
Nach den ersten Recherchen habe ich den Königsweg, wie ich am geschicktesten investiere, noch nicht identifizieren können. Das Angebot ist riesig und einen liberalen Markt mit einem klaren Index gibt es nicht. Die interessanten Investitionsobjekte sind Einzelfasseditionen, da diese per Definition limitiert sind. Die lange Lagerung in den Fässern von 3 bis zu 50 Jahren trägt einen erheblichen Anteil zum Grundwert bei. Hinzu kommt, dass Whisky ein gehobenes Genussmittel ist, dass eine natürliche Verknappung der Ressource mit sich bringt. Ich werde die Argumentation, warum das Investieren in Whisky eine interessante Alternative zu Aktien, Anleihen, P2P-Krediten und anderen Finanzprodukten ist, in einem eigenen Artikel gerne ausführlicher beschreiben.

Wie aber kann man eine Prognose für die Nachfrage vor dem Einkauf erstellen? Die Antworten auf diese Frage habe ich noch nicht vollständig erschlossen. Ebenfalls wird es ein spannendes Unterfangen werden, den richtigen Käufer zu finden und dabei die Kosten auf ein Minimum zu reduzieren, um die Rendite zu maximieren. Sobald angemessene Strategien entwickelt und getestet wurden, werde ich diese gerne auf meinem Blog mit Dir teilen.

Einen erheblichen Einfluss auf die Rendite haben zwei andere Aspekte, die wesentlich früher in der Investitionsprozesskette erscheinen. Ein Aspekt ist die Auswahl des Investitionsgutes. Dies legt die potentielle Steigung in der Wertentwicklung fest und wird durch die Anzahl und Nachfrage der vorhandenen Rohstoffe definiert. Der andere maßgebliche Aspekt der Rendite ist der Einstiegszeitpunkt, der durch den Kaufpreis festgelegt wird. Wenn das richtige Produkt gefunden wurde, ist ein möglichst niedriger Preis beim Einkauf zu erzielen. Alle Ausgaben wie Versandkosten, Zoll & Steuern mindern die Rendite. Aus diesem Grund sind kombinierte Einkäufe mehrerer Produkte bei einem Händler eine kostengünstigere Variante, jedoch wird dadurch die Auswahl begrenzt.

2 Kommentare

  1. Claudia sagt:

    Hallo, ich bin eher zufällig auf den Artikel gestoßen. War auf der Suche nach einem exklusiven Geschenk.
    In dem Artikel sind sehr interessante Gedankenansätze. Investitionen in Sachgüter scheinen wirklich Alternativen zu herkömmlichen Anlagen zu sein. Ich bin schon gespannt auf weitere Ausführungen, insbesondere zum Thema der Maximierung der Rendite!

    • InWhiskment sagt:

      Hallo Claudia,

      Vielen Dank für deine Anregungen. Ich werde meine Verkäufe und die erzielten Renditen auf diesem Blog teilen.

      Viele Grüße
      Steffen

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